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Mein Baby braucht Medikamente

Wie gibt man sie richtig ein?

Meist werden die Medikamente für Babys in flüssiger Form angeboten: entweder als Saft, den man dem Säugling mit dem Löffel eingeben kann, oder als Tropfen, die ihm mittels einer Pipette verabreicht werden. Braucht schon das Neugeborene Arznei, so müssen Sie Löffel oder Pipette vor dem Gebrauch sterilisieren.

Nicht verunsichern lassen

Nicht alle Babys schlucken brav ihre Medizin; manche sträuben sich heftig oder fangen an zu weinen. Weil die Arzneien oft ja auch wirklich scheußlich schmecken, haben viele Mütter Mitleid mit ihren Kindern und lassen sich verunsichern, wenn es Schwierigkeiten beim Verabreichen des Safts oder der Tropfen gibt.

Dennoch sollten Sie konsequent bleiben, denn wichtiger als ein glückliches Lächeln Ihres Kindes in diesem Fall, dass es die Medizin einnimmt und herunterschluckt. Der Zweck heiligt die Mittel, sagt man. Dies gilt auch dann, wenn das Baby bittere Medizin schlucken soll. Wovon Pädagogen sonst abraten, ist hier ausnahmsweise erlaubt: Sie dürfen Ihr Baby ruhig mit verlockenden Versprechungen oder überschwenglicher Belohnung dazu verleiten, dass es mitmacht. Hüten Sie sich lediglich davor, allzu rabiat zu werden - mit Drohungen oder gar Gewalt lässt sich natürlich nichts ausrichten, Sie würden nur Angst und weiteres Sträuben hervorrufen.

Tropfen mit dem Löffel

Möchten Sie Ihrem Baby die Arznei mit dem Löffel einflößen, so heben Sie es auf Ihren Schoß, legen Sie sein Köpfchen bequem in Ihre linke Armbeuge (wenn Sie Rechtshänder sind, sonst in die rechte Beuge), und halten Sie mit Ihrer linken Hand Babys Händchen fest, damit es nicht gegen den Löffel "rudert". Babys anderes Ärmchen klemmen Sie etwas zwischen Ihrem Körper und dem des Babys ein.

Balancieren Sie den Löffel mit der Medizin zu Babys Mündchen, ziehen Sie mit dem Daumen sein Kinn etwas nach unten, und setzen Sie die Löffelspitze an seine Lippen. Schieben Sie den Löffel nicht zu weit in den Mund, sonst läuft die Flüssigkeit daneben, wenn das Baby den Kopf abwendet. Sitzt der Löffel dagegen nur leicht an den Lippen, können Sie ihn schneller zurückziehen.

Lassen Sie nun die Tropfen oder den Saft langsam seitlich neben Babys Zunge gleiten. Verabreichen Sie nicht den ganzen Löffel voll auf einmal, denn das Baby braucht ausreichend Zeit, um zwischendurch in Ruhe schlucken zu können.

Tropfen statt Tabletten

Manche Kinder lehnen Medikamente nicht grundsätzlich ab, mögen aber zum Beispiel keine Tabletten. Auch Zäpfchen sind weniger beliebt. Fragen Sie den Kinderarzt, ob es die Arznei nicht auch in Tropfenform gibt.

Tropfen per Pipette

Tropfen können Sie auch mittels einer Pipette verabreichen. Legen Sie sich dafür das Baby in den Arm, stützen Sie sein Köpfchen mit der Armbeuge ziemlich hoch, damit es gut schlucken kann.

Drücken Sie auf den Gummibalg der Pipette, saugen Sie soviel Arznei auf, wie das Baby einnehmen soll, und führen Sie das Röhrchen zu Babys Mundwinkel. Dann drücken Sie vorsichtig Tropfen für Tropfen aus der Pipette.

Leeren Sie sie nicht auf Babys Zunge aus - das Baby könnte sie herausstrecken, und die Medizin landet auf seinem Lätzchen. Füllen Sie die Tropfen besser in Babys Backentäschchen; so ist am ehesten gewährleistet, dass sie sie herunterschluckt.

Tropfen anwärmen

Manche Kinder fürchten sich vor Augen-, Nasen- oder Ohrentropfen, weil sich plötzlich kalte Flüssigkeit in ihre warmen Körperöffnungen ergießt. Es ist für das Baby angenehmer, wenn Tropfen oder Saft etwa Körpertemperatur haben. Besonders, wenn Sie die Tropfen im Kühlschrank aufbewahren, sollten Sie sie vor der Verabreichung in einem Wasserbad ganz leicht erwärmen (nicht erhitzen!). Tropfenfläschchen, die in einem normal beheizten Raum gelagert werden, können Sie für einige Zeit mit Ihrer warmen Handfläche umschließen.

Saft mit dem Finger

Lehnt Ihr Baby sowohl Löffelchen als auch Pipette vehement ab, dann versuchen Sie die Eingabe mit Ihrem Finger. Stellen Sie die verordnete Medikamenten-Menge in einem Schüsselchen bereit, und waschen Sie sich gründlich die Hände. Tauchen Sie dann Ihren Finger in den Saft oder die Tropfen, und lassen Sie das Baby an Ihrem Finger lutschen. Mit dieser Methode dauert die Eingabe zwar länger als mit Löffel oder Pipette; sie ist aber sozusagen die letzte Rettung, wenn sich das Baby verzweifelt gegen die Arznei wehrt.

Augentropfen geben

Soll das Baby Tropfen in die Äuglein geträufelt bekommen, dann legen Sie es auf die Wickelkommode oder auf eine Decke am Boden. Am besten ist, eine weitere Person hilft Ihnen und hält das Baby sanft fest. Beugen Sie sich liebevoll über sein Köpfchen, und ziehen Sie Babys Unterlid herunter. Plazieren Sie die Tropfen zwischen Augapfel und Lid.

Nasentropfen verabreichen

Auch zur Verabreichung von Nasentropfen legen Sie das Baby flach auf den Rücken. Wieder wäre es hilfreich, wenn jemand das Baby etwas stillhält, während Sie Babys Köpfchen leicht nach hinten beugen. Lassen Sie die Tropfen dann behutsam in die kleinen Nasenlöcher fallen.

Ohrentropfen einträufeln

Legen Sie das Baby auf die Seite, setzen Sie die Pipette oder das Fläschchen an die Ohröffnung, schieben Sie sie aber nicht hinein - bei einer ruckartigen Kopfbewegung des Säuglings könnte es sonst zu Verletzungen kommen. Lassen Sie die Ohrentropfen vorsichtig in den Gehörgang fließen.

Tabletten schlucken

Zerdrücken Sie Tabletten zwischen zwei Löffeln, und mischen Sie sie mit etwas, das dem Kind gut schmeckt - Honig, Marmelade oder Banane. Sie können das feine Tablettenpulver auch in einem Schoko-Doppelkeks verstecken.

Wenig Aufhebens machen

Je ruhiger und gelassener Sie an die Verabreichung von Medikamenten herangehen, um so eher wird Ihr Baby die Medizin schlucken. Veranstalten Sie möglichst wenig Aufheben. Spürt das Kind Ihre Hartnäckigkeit, wird es sich wahrscheinlich immer mehr sträuben. Machen Sie lieber eine Pause, und versuchen Sie es nach ein paar Minuten noch einmal.