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Zahnen

Für das Baby und die Eltern beginnt jetzt eine turbulente Zeit

Die Entwicklung der Milchzähne beginnt schon in der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche. In dem winzigen, noch unterentwickelten Kiefer bilden sich Zahnleisten, aus denen die Keimanlagen für die 20 Milchzähne entstehen. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat verhärten sich die Zahnknospen langsam zu Zahnsubstanz. Die meisten Babys kommen zwar zahnlos zur Welt, in Babys Kiefer liegen aber schon die fast fertig ausgebildeten vorderen Schneidezähne.

Nach der Geburt entwickeln und verfestigen sich Zahnkrone und -wurzel, bis sich der erste Zahn durch das Zahnfleisch schiebt.

Die Reihenfolge, in der die Zähnchen erscheinen, ist bei fast allen Babys gleich: Zuerst kommen die beiden mittleren unteren, dann die beiden oberen Schneidezähne, schließlich die äußeren unteren Schneidezähne, danach die vorderen und zuletzt die hinteren Backenzähne. Bei manchen Kindern entwickeln sich die Zähnchen aber auch in einer anderen Reihenfolge.

Warm anziehen

Kälte verstärkt den Zahnungsschmerz. Schützen Sie, vor allem im Winter, den Kopf des Babys vor Zugluft. Setzen Sie ihm ein warmes Mützchen auf, wickeln Sie einen dicken Schal um Hals und Kinn.

 

Entwicklungszeit

Normalerweise beginnt das Zahnen ab dem 6. Lebensmonat und dauert bis zum 2. Lebensjahr. Es gibt aber auch Babys, die ihre Zähnchen sehr viel früher bekommen (etwa ab dem 3. Lebensmonat) und solche, die sich mit dem ersten Zahn bis zum 12. Lebensmonat Zeit lassen. Das Saugen an der Brust beansprucht seine Mund- und Kiefermuskeln etwa 60mal stärker als das Trinken aus der Flasche. Sie sollten nicht abstillen, wenn sich die ersten Zähnchen zeigen. Viele Mütter haben zwar Angst, dass das Baby sie beisst. Aber mit den unteren Schneidezähnen kann das Baby ohnehin nicht beißen, weil seine Zunge darüberliegt und der "Gegenbiss" fehlt.

Später sollten Sie dem Baby nach dem ersten Biss sofort die Brust entziehen und es ermahnen, dann wird es damit aufhören. Kann die Mutter nicht stillen, sollte auf die richtige Saugerform und -öffnung geachtet werden.

Zahnpflege

Beginnen Sie bei Ihrem Baby mit der Zahnpflege, sobald das erste Zähnchen sichtbar ist. Wischen Sie die Zähnchen mindestens einmal täglich mit dem Zipfel einer Mullwindel sauber, oder benützen Sie ein Wattestäbchen mit etwas Zahnpasta. Das ist wichtig, um die Mundhöhle von belagbildenden Bakterien zu säubern.

Lassen Sie Ihr Baby zuschauen, wenn Sie sich selbst die Zähne putzen, und geben Sie ihm eine weiche Zahnbürste, damit es Sie nachahmen kann. So lernt es die Zahnpflege spielerisch.

Probleme beim Zahnen

Ein Zähnchen kündigt sich an, bevor es sich durchs Zahnfleisch schiebt: Das Zahnfleisch wird an der betreffenden Stelle ein wenig dicker. Die Schneidezähne kommen meist ohne Probleme. Schwierigkeiten können die Eck- und Backenzähne bereiten, denn dabei werden manchmal kleine Blutgefäße verletzt. Das führt zu schmerzhaften Blutergüssen. Man erkennt sie an bläulichen Flecken auf dem Zahnfleisch.

Manchmal entzündet sich das Zahnfleisch, weil Krabbelkinder schmutzige Gegenstände in den Mund stecken. Manche Babys sind während des Zahnens weinerlich oder sondern vermehrt Speichel ab. Häufig bringt man mit dem Zahnen eine Reihe anderer Begleiterscheinungen in Verbindung, wie Fieber, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall oder Hautausschlag. Nehmen Sie solche Symptome jedoch nichts als Zahnungsbeschwerden hin - sie können Hinweise auf eine ernste Erkrankung sein.

Tipps gegen Daumenlutschen

Daumenlutschen gefährdet das Milchgebiss und die bleibenden Zähne. Geben Sie dem Baby einen geformten Sauger. Sobald das Kind größer ist, versorgen Sie es mit Nahrung, auf der es erst kauen muss - Kauen befriedigt auch das Bedürfnis zu lutschen.

Fehlstellungen

Die unregelmäßige Stellung einzelner Zähne oder ganzer Gebissteile ist eine Fehlbildung, die man ernst nehmen sollte. Manchmal wird die Fehlstellung vererbt, zumeist jedoch sind andere Ursachen daran schuld. Besonders das Daumenlutschen, aber auch das Saugen am Bettzipfel, können dazu führen, dass sich das Gebiss fehlerhaft entwickelt.

Die Kieferknochen können sich verformen und die Zahnstellung verändern. Oft werden die oberen Frontzähne nach vorn gedrückt, so dass schließlich Abbeißen und Kauen erschwert wird. Strenge Verbote aber gewöhnen dem Kind Daumenlutschen nicht ab.

Die einfachste Methode ist, dem Kind frühzeitig einen kiefergerechten Sauger statt des Daumens anzubieten. Mit älteren Kindern kann man einen Vertrag aushandeln:

Erklären Sie ihm die Gefahren des Daumenlutschens, und belohnen Sie es für jeden zahnfreundlichen, "lutschfreien" Tag - aber nicht mit Süßigkeiten!

 

So helfen Sie dem Baby

Zahnen bereitet manchen Babys Schmerzen. So lindern Sie die Beschwerden:

Geben Sie dem Baby etwas Festes zum Draufbeißen, etwa harte Brotkanten, Beißringe, Apfelstücke, Karotten oder Zwieback.

Schmerzlindernde Tinkturen zum Auftragen betäuben das Zahnfleisch, helfen aber nur kurzzeitig. Außerdem handelt es sich um Medikamente, die den Organismus des Babys belasten können.

Massieren Sie das Zahnfleisch vorsichtig mit dem kleinen Finger, reiben Sie es mit Salbeitee ein.

Geben Sie dem Kind keine schmerzstillenden Medikamente auf eigene Faust. Beraten Sie sich vorher mit dem Kinderarzt.